Stürfis

Ein verschwundenes Bergdorf

In der Maienfelder Alp Stürfis lag vor Zeiten das Dörfchen gleichen Namens. Dieses bildete mit der heutigen Guscha, Rofels und Bovel die Walsergemeinde „Berg“. Das einstige Siedlungsbild kann man sich für das ehemalige Walserdörfchen gut vorstellen, da zahlreiche Mauernresten heute noch aus den Alpweiden hervortreten. Manche Gebäude sind vom aufkommenden Wald verschlungen und überwachsen. Ein halbes hundert Gebäude, bestehend aus Häusern und Viehställen standen in aufgelockerter Form auf einer Fläche von ca. 2-3 Hektaren. Der Maienfelder Stadtpfarrer und Chronist Bartolomäus Anhorn, schrieb über die Walsersiedlung Stürfis:
 „Auf Stürfis wohnten etliche Walser, die hatten gute Hüser und Stalligen und gar guat gelägne Güetter. Derby hatten sy auch ein Kirchli und zwei Glokken. Etliche, die begärten, nahmen die Maienfelder zu Burgern an, denen gaben sy widerum genug Alpen, den andern zahlten sy die Ihrigen und brachtend in wenigen Jahren das ganze Stürfis an die Bürgerschaft, wenig Stöss usgenommen, welche etliche von Rofels und Valzaina behielten. Die Hüser brachten sy ab, verkauften oder verbrannten solche. Die Glokken führten sie herus nach Maienfeld, die eine lütet man zum Gericht, die kleinere Glokke lüth man zum Rath
Videoaufnahmen über Stürfis und Oswaldstein von swissdrohne (Marco Schnell)
Auf einer markanten Hügelkuppe südlich der heutigen Alpgebäude finden sich die Ruinen der Kappele St.Nikolaus. Der einschiffige Saalbau mit halbrunder, gewölbter Apsis besitzt die Innenmasse von 3,7 Meter in der Breite und 5,8 Meter in der Länge. Auf dem Kirchhügel wird der Rest der Mauer erhalten, der an die Kapelle erinnert. Da steht auch ein Gedenkstein. Dieser trägt die Jahrzahlen 1333 bis 1633. Diese Ziffern deuten den Zeitraum an, während welchem die Walser auf Stürfis gerodet, gschwendet, mit Feuer und Axt den Wald zurückgedrängt und so ertragsfähiges Wies- und Weideland geschaffen haben. (Karte), Novelle.

Diese kurze Zusammenfassung möchte ich mit dem Schlusstext vom Freilichtspiel
„Elli und Oswald„ abschliessen:


Peter Bathönier:  "Stürfis stirbt,  zwai jungi ächti Stürfiser sind nümma,  dia Letschta göhnt, zruck blibend dia armseliga Hütta,  au dia zerfallen, dia letschta Muura zerbröcklend Stuck um Stuck, jetzt bliibt üs nütmeh anders al dr Tuschvertrag z unterschrieba.  Gertrud chusch du au mit üs ga Maiafeld"

Gertrud Nigg:  "Nai i dankter Peter , luag mini Taga sind zellt, zum Himmel will i mis Härz erhebe, i bin und bliba Grossmuatter vum Elli Nigg  und dia blibt ihrer Haimat treu, löhnt mi do, legand mi dänn zum junga Paar, um das möchte i eu bitta, Alparosa söllend üseri Gräber schmücka, miar händ do gläbt gliabt und glita, über Grab Haim und Hügel wird z Kuhglockaglüt und z Juchza vu da Hirta töna und neui Hoffnig uferstoh"

Alfred Berger