Elli und Oswald

Elli+Oswald
Das Hochzeitspaar aus der Walsersiedlung Stürfis

Warum Stürfis aufgegeben und die alten Mauern unter dem Gras verschwunden sind, hat verschiede Gründe. Da war die Klimaveränderung, mit den kalten langen Winternächten und die Pest, die zu der Abwanderung der „Freien Walser“ nach Maienfeld wesentlich beitrugen.
Das letzte Brautpaar; Elli + Oswald, kämpfte für ihre Liebe und gegen den Untergang von Stürfis. Für sie beide hatte der Begriff „Rendite“ einen anderen Sinn: Es muss aufgehen für dich, du musst leben können, mit dem was du hast und unbeirrt deinen Weg gehen, das haben sie von ihren Müttern und Vätern übernommen. Hier oben in Stürfis wollen sie leben, frei sein, hier herrscht Gleichberechtigung. Am Brigittentag sollte die Hochzeit sein. Mit Stolz und grosser Freude lief Oswald zum Kaplan nach Maienfeld um seine Hochzeit mit Elli zu verkünden. Auf dem Heimweg, mit einer schweren Last auf seinem Räf, überraschte ihn ein Schneesturm. Mühsam kämpfte er sich durch den tiefen Schnee, bis zu einem grossen Stein bei dem er sich ausruhen wollte. Unterdessen wartete seine Braut Elli in Stürfis auf die Heimkehr ihres Geliebten. Er hatte ihr versprochen noch vor dem Abend zurück zu sein. Die Angst um ihn wurde immer grösser und so beschloss sie ihm entgegenzugehen. Mit Mühe kämpfte sie sich durch den Schnee. Erschöpft lehnte sie sich an den hohen Felsbrocken, ohne zu ahnen, dass nur die Breite des Steines sie von ihrem Geliebten trennte.
Den Schluss der Geschichte beschreibt die 50. Strophe des Gedichtes „Elli + Oswald oder das Brautpaar von Stürfis“:
Da ruht in Todesschlummer
er oben an dem Stein
Und Sie befreit von Kummer
schläft unten hold und rein
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Den Elli und Oswald Stein kann man heute noch am alten Weg nach Stürfis sehen.